Der Chef

Norbu Tsering, Herz Bar, Basel

Was wollten Sie als kleines Kind werden? Erinnern Sie sich, warum?

Als kleines Kind wäre ich gerne Kapitän geworden, aus Faszination für grosse Schiffe und das Meer. Später in der Schule wollte ich dann Journalist werden, aus Interesse an der Sprache und auch, weil ich das Eintauchen in mir fremde Lebenswelten als Beobachter sehr spannend fand. Etwas, das ich als Gastgeber im Umgang mit meinen Gästen
heute noch oft erleben darf.

 

Warum sind Sie Barkeeper geworden?

Ursprünglich war meine Arbeit in der Gastronomie ein Brotjob, um mir mein Studium zu finanzieren. Ich habe dann irgendwann realisiert, dass mich die Arbeit am Gast und in der Gastronomie glücklich macht, und bin deshalb dabei geblieben. Barkeeper bin ich gerne, weil mein Kontakt zu meinen Gästen in einem entspannten und lockeren Setting stattfindet. Menschen besuchen Bars oft in einer offenen, gelassenen Stimmung und lassen den Druck des Alltags vor der Tür.

 

Welches Konzept steckt hinter Ihrer Bar?

Das Herz soll Nachbarschaftsbar und Cocktailkunst auf internationalem Niveau verbinden. Wenn möglich, sollte niemand Angst haben, uns zu besuchen. Wir können bei Interesse weite Reisen in sehr spezifische Cocktail- oder Spirituosen-Nischen unternehmen, sind aber auch der richtige Ort für einen unkomplizierten Feierabenddrink. Wir mögen unsere Gäste, wie sie sind.

 

Was zeichnet einen guten Barchef aus?

Die Fähigkeit, den MitarbeiterInnen dieselbe Aufmerksamkeit zukommen zu lassen wie den Gästen. Die Fähigkeit, nicht alles selbst machen zu müssen. Oft schlummern Talente im Team, die ein wenig Platz zum Entfalten brauchen. Jeder und jedem durch gezielte Förderung Erfolge zu ermöglichen und sich ehrlich darüber freuen zu können. 

 

Was raten Sie jungen Bar-Mitarbeitern?

Wagt den Schritt hinter der Bar hervor zu den Gästen. Es lohnt sich, früh herauszufinden, ob man wirklich Lust darauf hat, Menschen mit ihren natürlichen Eigenheiten zu bedienen. Wenn ihr den Umgang mit Gästen nicht mögt, wird es früher oder später schwierig mit diesem Beruf.

 

Ihr schönstes oder lustigstes Erlebnis hinter der Bar?

Wir haben immer mal wieder zum 1. April neue Drinks und Produkte wie unseren alkoholfreien Haus-Vodka und einen zu Pulver dehydrierten Ultra-dry Martini beworben. Die meisten ernstgemeinten Rückfragen kamen von gestandenen BerufskollegInnen. Es ist natürlich lustig, wenn so ein Scherz verfängt, zeigt aber auch, dass uns sehr viel zugetraut wird, eigentlich auch ein schönes Kompliment.

 

Was machen Sie, wenn Sie mal nicht hinter oder für die Bar arbeiten?

Ich versuche, Freizeit mit meiner Familie zu geniessen. Oft füllen sich die Tage, an denen ich nicht am Tresen stehe, aber schnell mit Büroarbeit und Kinderbetreuungsalltag.


Name: Norbu Tsering
Geburtstag: 07.09.1987
Herkunftsland: Schweiz
Bar: Herz, Basel (Eigentümer und Barkeeper)
Ausbildungsort: Studium Jus

 

Bisherige Bartätigkeiten (Betriebe und Funktion):

WERK 8, Basel – Assistant Bar Manager
Herz, Basel - Mitinhaber

 

Wettbewerbe:

Bartender des Jahres 2025, Falstaff Barguide
Beste Bar der Schweiz 2024, Mixology Bar Awards