Swiss Barkeeper Union (SBU) - 3. Offener Brief an den Bundesrat

Die Nacht in den Bars und COVID-19


Sehr geehrter Herr Bundesrat Berset

 

Morgen werden viele Lockerungen der Corona Massnahmen realisiert werden. Viele freuen sich darauf, ein Teil Gastronomiebetriebe schaut jedoch den kommenden Wochen mit gemischten Gefühlen entgegen.

 

Äusserst bedenkenswert ist, dass bei den Lockerungen nicht endlich auf die ungerechtfertigte Sperrstunde um Mitternacht für Gastronomiebetriebe verzichtet werden kann, während für andere Betriebe wie zum Beispiel Kinos, diese harte Restriktion nicht angewendet wird.

 

Der Schweizer Gastgeber ist in der Regel geschult und verantwortungsbewusst. Seit unzähligen Jahren weiss er, dass er bei negativen Vorkommnissen in seinem Betrieb zur Rechenschaft gezogen werden kann.

 

Vor und nach Mitternacht.

 

Auch hat die Schweizer Bevölkerung in den letzten Wochen Vernunft bewiesen.

 

Jedoch stösst man nun nicht bei allen Gästen auf Verständnis, will man pünktlich um 0:00 Uhr schliessen. Viele finden dies einfach lächerlich.

 

Schwarze Schafe gibt es immer wieder in allen Bereichen, nicht nur im Bereich der Gästebewirtung. Schade ist, wenn die Allgemeinheit aufgrund dieser schwarzen Schafe bestraft wird bis hin zur Existenzfrage.

 

Die Gefahr, die vom Neuen Coronavirus ausgeht, ist nach 0:00 Uhr die gleiche wie vor 0:00 Uhr.

 

Und auch über den Tag vermischen sich die Menschen und besuchen häufig mehr als einen Ort.

 

Nicht alle, aber doch viele Bars erzielen ihren Hauptanteil des Umsatzes nach Mitternacht.

 

Durch die angeordnete diskriminierende Schliessungsstunde geraten genau diese in starke wirtschaftliche Bedrängnis.

 

Auch die Beschäftigten leiden.

 

Hinweisen möchte ich auch auf die Tatsache, dass Betriebe für Nachtöffnungszeiten in der Regel relevante Beiträge auf kommunaler und/oder kantonaler Ebene entrichten.

 

Werden diese rückerstattet werden?

 

Die prekäre Situation wird zusätzlich verschärft bei Betrieben und ihren Angestellten, die sich mit ihrem Vermieter immer noch nicht bezüglich Mietzinses einigen konnten.

 

Es werden immer grössere Löcher in die Reserven gegraben.

 

Irgendwann sind diese aufgebraucht, Kredite sind sicher keine Lösung.

 

Ungerecht und bedrohlich, dass Kurzarbeitsentschädigung ab Juni für Inhaber von Gesellschaften, die voll ihm Betrieb mitarbeiten, aber durch diese Sperrstunde viel weniger arbeiten können, überhaupt nicht mehr geleistet wird.

 

Sehr geehrter Herr Bundesrat Berset,

 

Kommen bei einem Unternehmen alle angesprochenen Faktoren zusammen, sieht es sehr dunkel aus.

 

Unter Umständen gehen die Lichter nun noch ein paar Mal um Mitternacht aus, und dann aber bald einmal für immer.

 

Mit freundlichen Grüssen

SBU Swiss Barkeeper Union

 

Kathrin Leisi, Präsidentin

 

www.barkeeper-union.ch

 

Bild/Bezugsquelle: Swiss Barkeeper Union (www.barkeeper-union.ch)

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